Mehr Arten im Garten!
Wildstauden Netzwerk Holzminden
Unser Kreisgruppe macht mit beim niedersächsischem BUND-Projekt “Mehr Arten im Garten!”. Gemeinsam bilden wir ein Wildstauden-Netzwerk. Jede*r von uns erhält eine Anzuchtplatte, torffreie Anzucht- und Pflanzenerde sowie Saatgut von 4 heimischen Pflanzenarten. Jede*r zieht zuhause im Garten, auf Terrasse oder Balkon seine eigenen Pflanzen an. Bei Treffen tauschen wir unseren Anwuchserfolg und erhalten so mehr Arten für den eigenen Garten. Aber die meisten Pflanzen geben wir bei Pflanzenbörsen gegen Spende an Naturinteressierte ab. So auch 2025 bei unserer Pflanzenbörse am Mehrgenerationenhaus Eschershausen und dem 3. Apfelfest in Kaierde oder 2026 auf dem Naturparkfest Solling-Vogler in Holzminden. Mit der Weitergabe unserer Pflanzen möchten wir noch mehr Gärten bienenfreundlicher entwickeln und über kritische Aspekte konventioneller Bienenpflanzen informieren.
Auf Pflanzenetiketten im Handel und als Empfehlung in Flyern, Broschüren und anderen Ratgebern findet man immer wieder den Begriff „bienenfreundlich“. Auch im Naturschutz wird der Begriff gerne genutzt. Obwohl der Sinn des Wortes sich jedem sofort erschließt, gibt es unterschiedlichste Verständnisse. Eine klare Bedeutung oder Regeln zur Verwendung gibt es nicht. Einige so für den Naturschutz sinnstiftend bezeichnete Pflanzen haben gar keinen Nutzen für Bestäuber. Doch auch viele andere dieser „bienenfreundlichen“ Pflanzen tragen wenig dazu bei, die Populationen an gefährdeten, heimischen Wildbienen und anderen Insekten zu fördern.
Denn meist sind es züchterisch veränderte Sorten nicht heimischer Pflanzenarten. Unsere häufig spezialisierten Wildbienenarten sammeln an diesen Pflanzen keinen Pollen. Zudem werden in der Regel Pflanzen im Handel in torfhaltigen Substraten gezogen. Damit werden Hochmoore als wertvolle Lebensräume seltener und nicht anpassungsfähiger Arten weiter abgebaut.
Seit 2020 führt die BUND Kreisgruppe Region Hannover jährliche Pflanzenschutzmitteltests an als im Handel als „bienenfreundlich“ verkauften Pflanzen durch (Pestizide in Blühpflanzen). Bei der Studie 2025 hat unsere Kreisgruppe mitgemacht. Leider wurden niedersachsenweit auf 85 Proben im Durchschnitt 6,4 Wirkstoffe gefunden. In 33 Fällen wurden sogar Stoffe nachgewiesen, die das Potenzial haben, beim Menschen möglicherweise Krebs auszulösen oder Fruchtbarkeit und Erbgut zu schädigen.
Artenschutz geht anders!